GEMEINDE
Gemeinderat
Der Gemeinderat setzt sich aus dem Ortbürgermeister, den Ortsbeigeordneten und den Ratsmitgliedern zusammen. Dies sind im einzelnen:
Ortsbürgermeister
Charly Emser (parteifrei)
Ortsbeigeordnete
Johann Beyhs (Ratsmitglied FWG)
Norbert Bildhauer (CDU)
Georg Schneider (Ratsmitglied FWG)
Ratsmitglieder
CDU
Dieter Friedrich
Norbert Bildhauer
Martin Ditandy
Friedhelm Gödert
Marion Graf
Franz Schmitz
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FWG
Johann Beyhs
Alfred Bialas
Dorothea Bildhauer
Alfons George
Hans Werner Philippsen
Georg Schneider
Gregor Specht
Herbert Ternes
Gerd Vogel
Ausschüsse der Ortsgemeinde Nörtershausen
Es gibt zur Zeit drei verschieden Ausschüsse in der Ortsgemeinde Nörtershausen. Dies sind Bauausschuss, Haupt- und Finanzausschuss und der Ausschuss für Jugend, Soziales und Sport. Die Ausschüsse setzen sich wie folgt zusammen:
BAUAUSSCHUSS
- Friedhelm Gödert
- Marion Graf
- Alfons George
- Bernd Adolph
- Stefan Thuir
- Hans W. Philippsen
- Karl-Heinz Ringelstein
HAUPT- u. FINANZAUSSCHUSS
- Franz Schmitz
- Norbert Bildhauer
- Dorothee Jonas
- Dieter Neumann
- Herbert Ternes
- Gerd Vogel
- Werner Wilhelm
JUGEND, SOZIALES u. SPORT
- Bernd Adolph
- Doris Bildhauer
- Martin Ditandy
- Jutta Etzkorn
- Franz Schmitz
- Georg Schneider
- Lutz Thyssen
Aus der guten alten Zeit
Kleidung im alten Nerdersch
Die alten Nörtershausener hatten keine prächtigen Trachten, sondern beschränkten sich auf schlichte meist dunkle Kleidung.
Unverheiratete Frauen trugen einen Keuschheitspfeil (Tugendpfeil), einen kunstvoll verzierten Kamm aus Messing, der in einem Haarknoten eingeflochten wurde.
Für die Feldarbeit hatten die Frauen eine Schürze aus Sackleinen. Der einzige Schmuck war ein kunstvoll geknotetes Kopftuch aus feinem weißen Leinen.
Bei den Männern kamen in den 30er Jahren Manchesterhosen, Knikkerbockerhosen.
Schuhe mit Gamaschen wurden auch weiterhin getragen.
Bei Frost trug man den Boores, einen Kopf-Ohren-Wärmer und Stitzele (Pulswärmer).
Kinderspiele!
Hölzjes:
2 Spieler
Aus einem viereckigen Feld wurde von einem Spieler (Auslosung) ein an den Enden angespitztes Holz (Zigarrengröße) mit einem Stock auf die Spitze geschlagen. Das in die Luft springende Holz wurde danach mit dem Stock soweit wie möglich weggehauen. Der Gegenspieler versuchte dann im Gegenzug das Holz in das markierte Feld zurückzuschlagen.
So ging es hin und her bis das Holz im Feld landete.
Danach tauschten die Spieler; derjenige, der mit den wenigsten Schlägen das Holz ins Feld zurückschlug, hatte das Spiel gewonnen.
Ring schibelle:
Ein Ring aus Rundstahl, mit einem Durchmesser von » 60 cm, wurde mit einem Stock angetrieben und geführt, man konnte auch Rennen damit ausführen.
Jeder versuchte, der schnellste zu sein.

Heppelheische:
Verschiedene Felder wurden meist in Kreuzform aufgemalt. Mit einem Wurfstein mußte ein entsprechend beziffertes Feld getroffen werden. Hüpfend und springend überwand der Spieler alle Felder und nahm den Stein wieder auf.

Dubbes:
Durch Anschießen eines gegnerischen Klickers konnte dieser gewonnen werden.
Feil – Leifches:
Durch Pfeile wurde eine Route durch das Dorf oder die nähere Umgebung vorgegeben. In Form einer Schnitzeljagd mußten die Mitspieler den richtigen Weg finden.
Geschichte
Der Name des Dorfes Nörtershausen wird in vielen Variationen überliefert, ungefähr seit dem letzten Jahrhundert hat sich die heutige Schreibweise durchgesetzt. Die Herkunft des Namens ist nicht klar.
Im 5. Jahrhundert vor Christus lebte in dieser Gegend ein keltisch-germanischer Volksstamm, die Treverer. Ihre Lebensgrundlage war bäuerliches Leben in Höfen und Dörfern, aber auch entwickeltes Handwerk und kulturelles Leben in den kleinen Städten. Die Selbständigkeit der keltischen Bevölkerungsgruppen ging mit der Eroberung Galliens durch Julius Cäsar 58 bis 30 vor Christus langsam verloren. Die neuen Machthaber traten anfangs vor allem durch ihre militärische Präsenz in Erscheinung. Der Limes wurde als Verteidigungslinie gebaut. Eine erste Straßenverbindung lief durch das Rheintal und verband Mainz mit Köln.
Eine römische Hunsrückhöhenstraße führte von Koblenz über die Karthause und den Stadtwald am heutigen Pfaffenheck und Buchholz vorbei bis nach Kirchberg auf die Ausoniusstraße. Diese lief von Mainz über Kirchberg nach Trier und wurde häufig benutzt. Wenn sich in römischer Zeit jemand beim heutigen Pfaffenheck auf die Straße gestellt hätte, wären demjenigen marschierende Einheiten, Wagen mit Reisenden und Transportkarren mit den Dingen des täglichen Lebens begegnet. Vermutlich war damals von Nörtershausen noch nichts zu sehen, eventuell ein kleiner Hof auf dem heutigen Horst, von dem ein schmaler Weg zur Hauptstraße führte.
Ab 260 nach Christus eroberten germanische Krieger ganze Landstriche, langsam ging das rechtsrheinische Gebiet verloren. Der Rhein war wieder Grenze des römischen Reiches. Reste am Turm der Ehrenburg zeugen noch heute von dem Bemühen der Römer, Verteidigungstürme zu bauen. Jedoch vergebens, mit der Einnahme von Köln 459 n.Chr. endete die römische Rheinprovinz.
Die erste namentliche Erwähnung von Nörtershausen findet man in einer Urkunde über eine Kapellenstiftung vom 20.04.1324. Katharina von Brodenheim, Witwe des Ritters Heinrich zu Ehrenberg, stellte die Kapelle zu Nörtershausen wieder her.
Auch für Pfaffenheck finden wir die Ersterwähnung recht früh, in einer Urkunde vom 01.05. 1343.. Ein Waldstück wird hier mit dem Namen „Pfaffenheck“ als ursprünglich kirchlicher Besitz ausgewiesen. Nach diversen Verlehnungen und Verfügungsrechtsänderungen schlossen die Gemeindeleute von Nörtershausen mit den Stiftsherren von Mayen einen Pachtvertrag über die Nutzung der Pfaffenheck. Über diese Nutzung als Viehweide für das Nörtershauser Vieh entstand nun ein Streit, der sich mindestens 110 Jahre hinzog. Auch damals gab es Themen, über die Generationen kamen und gingen und Tausende von Aktenseiten beschrieben worden sind. In den Jahren 1756 bis 1762 wurde Alken und seine Umgebung stark belästigt von durchziehenden französischen Truppen, die am Siebenjährigen Krieg gegen Friedrich den Großen teilnahmen. Die Marschroute der Franzosen berührte auch Nörtershausen. Die Landbevölkerung wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Mit der Besetzung durch französische Revolutionstruppen wurde Nörtershausen von 1794 bis 1815 ein Teil Frankreichs. Die Amtssprache wurde französisch, alle deutschen Vornamen wurden ins Französische umbenannt. Der Kapitalbedarf des Französischen Kaiserreiches machte sich in gesalzenen Steuern bemerkbar. Die napoleonische Zeit endete mit der Niederlage Napoleons bei Waterloo, die Neuordnung der Gebiete erfolgte auf dem Wiener Kongress. Für das Dorf Nörtershausen brachte diese Neuordnung keine nennenswerten Veränderungen. Die Namen wurden wieder umgeändert, der Ärger über Mitbürger, die manchmal zu eng mit den Franzosen zusammengearbeitet hatten, verflog allmählich.
Aufstellungen des Gemeindeetats von 1896 zeigen, wie angespannt die damalige finanzielle Lage war. Die Ausgaben überstiegen bei weitem die Einnahmen. In der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts setzte auch in Nörtershausen und Pfaffenheck eine Auswandererwelle ein. Um die Ausreise bewilligt zu bekommen, mussten die Auswanderwilligen die Reisemittel nachweisen, was vielen sehr schwer fiel.
Die preußische Regierung erkannte den Auswanderern zudem die preußische Staatsbürgerschaft ab und behandelte eventuelle Rückkehrer als staatenlos wie fahrendes Volk. Bereits 1908 wurde unter anderem in Nörtershausen der Bau einer Wasserleitung beschlossen. Wegen der erheblichen Kosten verzögerte sich das Projekt jedoch um 45 Jahre. Bis dahin erfolgte die Versorgung der Bevölkerung mit Wasser durch Brunnen.
Erste auffindbare Niederschriften aus dem kommunalen Leben von Nörtershausen finden sich im Jahre 1902. Einzig in den Jahren 1938 bis 1946 sind keine Aufzeichnungen vorhanden. Es gibt jedoch eindrucksvolle Beschreibungen aus den Kriegsjahren von Josef Langen. Deutsche und Amerikaner lieferten sich bei Pfaffenheck ein fürchterliches Gemetzel. Etwas zurück im Wald liegt heute der Ehrenfriedhof; die Soldaten wurden hierhin umgebettet. Heute sind Nörtershausen und Pfaffenheck Orte, in denen man gerne lebt.
Beide Orte vergrößern sich stetig, Kinder von Einheimischen bauen neue Häuser, aber gibt auch viele Zugereiste. Letztere werden gerne in die Gemeinschaft aufgenommen und haben viele Möglichkeiten, in der Gemeinde mitzuarbeiten oder einfach Kontakte zu schließen, beispielsweise bei einem der vielen Feste.
Vielleicht schlägt hier das keltische Erbe noch durch in unserer Liebe zu lautstarken Diskussionen, zum gemeinsamen Feiern, in den engen familiären Bindungen und im Festhalten an Tradition und Glaube.



